DER SAMECAR: Traktor oder LKW?

In der Zeit der beginnenden Massenmotorisierung Anfang der 1960er Jahre entwarf SAME ein Fahrzeug mit dem Ziel, die Feldarbeit komfortabler zu gestalten. Dem Landwirt sollte der gleiche Komfort wie in einem Auto geboten werden, jedoch kombiniert mit der Zugkraft und den Funktionen eines Traktors.

Am 31. März 1961 wurde der Samecar in der Scuola Sperimentale di Agricoltura delle Capannelle in Rom vorgestellt, wo er bei italienischen und ausländischen Technikern und Landwirten auf begeisterte Zustimmung stieß. Konzipiert, um „den Boden zu bearbeiten und seine Früchte zu transportieren“, verfügte das Fahrzeug über eine Kabine mit Polstersitzen und verstellbarer Rückenlehne, eine ca. vier Quadratmeter große Ladefläche mit einer Tragfähigkeit von bis zu zwei Tonnen und Trommelbremsen an allen vier Rädern. Motor und Getriebe stammten vom Modell SAME Puledro DT. 

In der Folgezeit wurden verschiedene Versionen angeboten, die technische Lösungen und Ableitungen der damaligen SAME-Modelle übernahmen – wie zum Beispiel vom 240, dem 250 oder dem Atlanta mit V-Motor. Mitte der 60er Jahre stieg SAME mit den Modellen Toro und Elefante in den Sektor der mittelschweren Bau- und Forstfahrzeuge ein, der damals von umgebauten Militärfahrzeugen dominiert wurde. Obwohl diese Modelle innovativ waren, blieb ihnen der kommerzielle Erfolg verwehrt.

Der Toro: Ein robustes Baustellenfahrzeug auf Basis der Mechanik des Traktors 240 mit einem 45 PS starken Zweizylindermotor (dessen Einspritzpumpe oft für mehr Leistung modifiziert wurde). 1965 erschien eine aktualisierte Version mit V-Motor und 42 PS, doch der Markt reagierte verhalten.

Der Elefante: Ein innovativer LKW für Steinbrüche und Baustellen, ausgestattet mit einem luftgekühlten 180 PS V8-Motor. Er war als 4×4-Version (sowohl als Lastwagen als auch als Straßenzugmaschine) und als 6×6-Version für schwere Einsätze erhältlich.

Obwohl Elefante eins der ersten italienischen Fahrzeuge dieser Kategorie war, fand das Hightech-Modell kommerziell wenig Beachtung.

Überhaupt erzielte das Samecar-Projekt nicht den erhofften Erfolg: Der Markt reagierte nicht wie erwartet, und die Verkaufszahlen waren zu niedrig, um die eigens vom Unternehmen eingerichtete Produktionslinie weiterzuführen.

Die im Museum verwahrten Samecar-Modelle zeugen von einem für jene Zeit vielseitigen und innovativen Fahrzeug, das eine moderne Lösung für die Arbeit sowohl auf dem Feld als auch auf der Straße bot.